Krippenfiguren
Nur allzu leicht vergisst man im Trubel der Weihnachtszeit die eigentliche Bedeutung des Festes. Eine liebevoll gestaltete Weihnachtskrippe unter dem Baum bringt den religiösen Hintergrund von Weihnachten ins Bewusstsein zurück.
In der Weihnachtskrippe werden die Geschehnisse der „Heiligen Nacht“ in verschiedenen Interpretationen und Stilrichtungen dargestellt. Die Krippenfiguren können aus Holz geschnitzt oder aus Gips gefertigt werden und sowohl bemalt als auch weitgehend unverändert verwendet werden. Früher gab es den schönen Brauch, dass die Weihnachtskrippe wie eine Art Adventskalender genutzt wurde. Sie wurde zu Beginn der Adventszeit aufgestellt und nach und nach befüllt. Krönender Abschluss war am 24. Dezember. An diesem Tag wurde schließlich das Jesuskind in die Krippe gelegt. Heute wird die Krippe mitsamt den zugehörigen Krippenfiguren meist zusammen mit dem Weihnachtsbaum erst kurz vor den Weihnachtsfesttagen aufgestellt. Sie findet ihren Platz oft unter dem Weihnachtsbaum und bleibt dort so lange stehen, bis der Baum abgeschmückt wird.
Der Einzug der Krippen begann ungefähr zur Mitte des 16. Jahrhunderts von Italien und Spanien aus, bald darauf eroberte die Darstellung der Heiligen Familie Süddeutschland. Anfangs waren Krippen nur in Kirchen und Fürstenhäusern zu finden, die Unterschicht konnte sich meist nur eine Krippe aus Papier leisten. Oft werden Krippen in den Familien über Generationen aufbewahrt und durch Krippenfiguren immer weiter ergänzt, so dass jedes Jahr zu Weihnachten eine neue und ausgedehntere Krippenvariante ihren Platz als Weihnachtsdekoration findet. Die typischen Krippenfiguren, die in keiner Weihnachtskrippe fehlen dürfen, sind das Jesuskind, Maria und Josef, Ochse und Esel, Hirten und Schafe, die Drei Heiligen Könige und der Verkündigungsengel, der oft mit einem Spruchband dargestellt wird.
Bedeutende und oft ganzjährige Ausstellungen von Weihnachtskrippen finden sich zum Beispiel im Nationalmuseum in München, im Krippenmuseum in Bamberg, im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck oder in der Peterskirche in Wien.
