Lichterbogen

Der Lichterbogen ist auch als Schwibbogen bekannt und hat seinen Ursprung in der erzgebirgischen Volkskunst. Die ersten Lichterbögen kamen im 18. Jahrhundert auf, der älteste bekannte Schwibbogen ist aus Metall und stammt aus dem Jahr 1740 und entstand im erzgebirgischen Bergdorf Johanngeorgenstadt.

Aufgrund des Ursprungs im Bergbaugebiet des Erzgebirges wurde vermutet, dass die gebogene Form des Lichterbogens ein Symbol für den Eingang in die Bergbaustollen darstellte. Allerdings weist die Darstellung der Himmelsgestirne in früheren Schwibbögen darauf hin, dass der Himmelsbogen dargestellt werden soll. Wurden die ersten Lichterbögen aus Metall gefertigt, ist seit dem Zweiten Weltkrieg Holz das meistverwendete Material. Die Bögen sind in der Regel elektrisch beleuchtet und schmücken in der Advents- und Weihnachtszeit eine Vielzahl von Fenstern. Für die Bergbauern hatte Licht früher eine ganz besondere Bedeutung, sahen sie doch vor allem im Winter kaum das Tageslicht. Umso wichtiger war es da, dass ein Lichterbogen im Fenster die Nacht erhellte und den Bergbauarbeitern den Heimweg leuchtete.

Die Tradition vom Lichterbogen als Weihnachtsdekoration wird auf dem Striezelmarkt in Dresden zur Perfektion gebracht. Dort stand im Jahr 2009 der größte Außenschwibbogen der Welt. Der größte historische Lichterbogen ist in Johanngeorgenstadt in der Exulantenkirche zu finden. Dieser Schwibbogen wurde im Jahr 1905 von Fedor Teller hergestellt.

Der Lichterbogen ist ein geschmackvolles und schönes Mittel, um die dunkle Jahreszeit zu erhellen, Licht in die Fenster zu bringen und dadurch ein weihnachtliches Gefühl zu wecken, das im Haus heimelig und von außen freundlich und einladend wirkt.